Die Vergabe der Spendernieren erfolgt nach folgenden Kriterien:
Verträglichkeit der Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger. Die Blutgruppenverträglichkeit ist eine Grundvoraussetzung. (Es wurden allerdings schon Nierenlebendspenden ohne Blutgruppenverträglichkeit und Gewebeverträglichkeit erfolgreich durchgeführt. Durch eine spezielle Blutwäsche (Immunabsorption) wurden sowohl die Antikörper gegen die Blutgruppe des Spenders als auch die Antikörper gegen seine Gewebemerkmale entfernt. Zusätzlich wurden Medikamente verabreicht, die das Immunsystem daran hindern, diese Antikörper nachzubilden.)
Grad der Übereinstimmung der HLA- Merkmale. HLA-Antigene sind Oberflächenstrukturen, die sich auf den meisten Körperzellen befinden. Das Immunsystem kann anhand dieser Strukturen zwischen fremd und körpereigen unterscheiden. Da der Langzeiterfolg der Transplantation wesentlich vom Grad der Gewebeverträglichkeit abhängt, sind die HLA-Merkmale wichtigstes Kriterium bei der Zuteilung einer Spenderniere. Berechnet wird der Grad der HLA-Übereinstimmung anhand der Zahl der "Mismatches" – d.h. der nicht übereinstimmenden Gewebemerkmale.
Wartezeit, die ab dem 1. Tag der Dialyse zählt
Die Konservierungszeit und die Transportzeit der Spenderniere sollte möglichst kurz sein
Dringlichkeit der Transplantation ist entscheidend
Besonders berücksichtigt werden Empfänger mit hoher Dringlichkeitsstufe, Kinder und Empfänger für Organkombinationen, sowie so genannte hochimmunisierte Empfänger. Das sind Empfänger, die Antikörper gegen die meisten angebotenen Organe aufweisen.